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Jährliche Herbstfeier des Obst- und Gartenbauvereins Heidenheim
Der Obst- und Gartenbauverein Heidenheim veranstaltete seine traditionelle Herbstfeier im Vereinsheim der Kleingartenanlage Zanger Berg. Nach der herzlichen Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Wolfgang Eleuther folgte ein gemütlicher Kaffee- und Kuchen-Nachmittag, der zum Austausch vieler interessanter Gespräche einlud.
(Bild von W. Eleuther: Wolfgang Eleuther und Hartmut Nagel vom KOV Heidenheim)
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Anschließend standen die Ehrungen langjähriger Mitglieder im Mittelpunkt. Obwohl zahlreiche Jubilare geehrt wurden, war leider nur ein Mitglied persönlich anwesend. Für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden Lore Glaubitz, Ulrich Oexle, Irmgard Ploss-Zeller und Werner Schad ausgezeichnet. Auf 40 Jahre Mitgliedschaft können Josef Beer und Wolfgang Eleuther zurückblicken. Besonders gewürdigt wurde das beeindruckende 60-jährige Jubiläum von Karl Holz.
Nach den Ehrungen begann der Verkauf der Lose für die reichlich bestückte Tombola, die viele attraktive Gewinne versprach. Im Anschluss überraschte Wolfgang Eleuther die Gäste mit einem lebhaften Bildervortrag über zwei faszinierende englische Gärten, die er im Mai besuchte.
Der erste vorgestellte Garten waren die „Abbotsbury Subtropical Gardens“, die ab 1765 entstanden sind. Ursprünglich begann die Anlage mit einem ummauerten Gemüsegarten und dem Bau des Herrenhauses. Im 19. Jahrhundert wurde das Areal durch ein umfangreiches Waldpflanzprogramm erweitert. Der 4. Earl, ein passionierter Botaniker und Diplomat, brachte von seinen zahlreichen Reisen zahlreiche exotische Pflanzen aus aller Welt mit, die sich in den umliegenden Wäldern mit idealen Bedingungen befanden. Die nachfolgenden Generationen vergrößerten die Gärten auf das Dreifache, sodass eine der schönsten Pflanzensammlungen Englands entstand. Bereits 1899 erschien ein erster Pflanzenkatalog, der über 5000 verschiedene Pflanzen auflistete. Die Gärten liegen in einem Tal mit sanftem Gefälle zum Ärmelkanal hin, was ein mildes, ausgeglichenes Mikroklima schafft – ideal für subtropische und tropische Pflanzen wie Palmen, Kamelien, Magnolien, Rhododendren und Hortensien in beeindruckenden Ausmaßen.
In unmittelbarer Nähe befindet sich die „Abbotsbury Swannery“, eine offene Schwanenzucht mit über 400 Schwänen, die hier sehr zutraulich und friedlich leben. Die Tiere brüten direkt neben den Wegen und spazieren ungestört zwischen den Besuchern.
Der zweite Garten, der in dem Vortrag vorgestellt wurde, sind die „Lost Gardens of Heligan“. Deren Geschichte reicht vermutlich bis ins 12. Jahrhundert zurück. Über 400 Jahre wurden die Gärten von einer Familie mit großer Sorgfalt angelegt, gepflegt und erweitert. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts umfassten sie mehr als 400 Hektar. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden sie verlassen und gerieten in Vergessenheit. Erst in den 1990er Jahren begann die Wiederentdeckung und umfangreiche Restaurierung: Die alten Gartenanlagen wurden freigelegt, von Brombeerranken und Gestrüpp befreit und wieder originalgetreu aufgebaut. Traditionelle Gemüse- und Blumenkulturen wurden erneut angepflanzt, und die historischen Gewächshäuser für exotische Früchte wie Ananas und Pfirsiche wurden wiederhergestellt. Interessante Anbaumethoden des Obstbaus, wie spezielle Apfelbaum-Spaliere oder Pergolengänge aus Obstgehölzen, wurden reaktiviert. Besonders beeindruckend sind die über 150 Jahre alten Rhododendren, einige mehrere Meter hoch, mit bizarr geformten Stämmen.
Zum Abschluss des Nachmittags wurden die Tombola-Gewinne ausgegeben, und die Herbstfeier fand einen gemütlichen Ausklang.
Der Obst- und Gartenbauverein Heidenheim bedankt sich bei allen Teilnehmern für ihr Kommen und freut sich auf weitere gemeinsame Veranstaltungen.
Obstbaum Pflanzaktion
Am Samstag, den 29. November 2025, lud der Obst- und Gartenbauverein Heidenheim zur praxisnahen Baumpflanzaktion in Heidenheim-Schnaitheim ein. Bei kühlem, aber trockenem Wetter begrüßte der Vorstand Wolfgang Eleuther fünf engagierte Teilnehmer nahe der Adresse Täsch 2, um gemeinsam unter fachkundiger Anleitung einen wurzelnackten Apfelbaum zu pflanzen.
(Bild: Wolfgang Eleuther)
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Der Fachberater des Vereins, Frank Richter, erklärte Schritt für Schritt, wie man Obstbäume richtig pflanzt, damit sie gesund wachsen und lange tragen. Zu Beginn wurde gezeigt, wie das Pflanzloch optimal ausgegraben wird: Es sollte ausreichend groß und tief sein, um die Wurzeln bequem aufzunehmen und Staunässe zu vermeiden. Vor dem Pflanzen wurde die Wurzel richtig beschnitten. Anschließend wurde der Apfelbaum vorsichtig eingesetzt, darauf geachtet, dass die Veredlungsstelle einige Zentimeter über dem Boden bleibt.
Ein weiterer Schwerpunkt war der fachgerechte Pflanzschnitt. Der Fachberater erläuterte genau, welche Äste gekürzt werden sollten, um das Wachstum zu fördern und dem Baum eine stabile Leitaststruktur zu geben. Im Detail wurde das „Scheiden auf Umkehrauge“ erläutert, was beim Aufbau einer lichten Krone hilft. Danach befestigten die Teilnehmer den Baum sicher an einem Pfahl mit einer speziellen Bindung, um ihm Stabilität gegen Wind und Wetter zu geben.
Die Teilnahme war bewusst klein gehalten, um individuelle Fragen zu ermöglichen und jeden Schritt verständlich zu machen. So konnten die Teilnehmer wertvolle praktische Tipps erhalten, von der Vorbereitung des Bodens bis zur Nachsorge des frisch gepflanzten Baums.
Der Standort auf dem Gelände des Wasserverbands Wedel Brenz in Heidenheim-Schnaitheim wurde zusammen mit Frau Wieland von der Stadt Heidenheim sorgfältig ausgewählt. Der neue Obstbaum wird künftig nicht nur die Landschaft verschönern, sondern auch zur Förderung der Artenvielfalt und einer nachhaltigen Streuobstwiese beitragen.
Der Obst- und Gartenbauverein bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmern für ihren Enthusiasmus und ihr Engagement. Die erfolgreich durchgeführte Pflanzaktion war ein voller Erfolg und sicherlich ein schöner Anfang für weitere gemeinschaftliche Projekte zum Erhalt und zur Pflege unserer heimischen Obstkulturen.
Interessierte sind eingeladen, sich bei zukünftigen Aktionen anzumelden und selbst Hand anzulegen – denn mit ein bisschen Wissen und Unterstützung kann jeder zum Baumpflanzer werden!
Grüne Daumen gefragt: OGV Heidenheim bietet erfolgreichen Workshop „Säen und Pikieren"
Heidenheim. Der Obst- und Gartenbauverein Heidenheim 1884 e. V. lud am Mittwoch, 22. April 2026, zu einem praxisnahen Workshop ein, der sich speziell auf die Aussaat von Sommersalat und Kohlrabi konzentrierte. Gärtnermeister Wolfgang Eleuther führte die 12 Teilnehmer durch die wichtigsten Schritte der Jungpflanzenanzucht.
(Bild: Frank Richter)
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Der richtige Start: Aussaat „Tomaten, Paprika und Gurken benötigen bereits früher ihre Saat", erklärte Eleuther, „daher lag unser Fokus saisonal passend auf den schneller keimenden Blattgemüsen." Er erläuterte detailliert, woran man hochwertige Aussaaterde erkennt und wie man Aussaatschalen optimal vorbereitet. Als nachhaltiges Prinzip empfahl der Experte die Wiederverwendung kleiner Kunststoffbehälter von gekauften Jungpflanzen oder Obst- und Gemüseverpackungen.
Die Technik der Aussaat wurde Schritt für Schritt demonstriert: Nach dem Befüllen mit 1–2 cm Erde und leichtem Andrücken mit einer Latte entstand ein ebenes Saatbeet. Wichtig sei das Vorwässern der Erde mittels Feinbrause – dabei beginne und ende das Gießen außerhalb der Schale, um die Erde nicht zu verwischen. Die Samen wurden durch geschicktes Neigen und Klopfen der Tüte gleichmäßig verteilt, anschließend erneut angegossen, um den Bodenschluss zu gewährleisten.
Ein entscheidender Tipp: Nach der Bedeckung mit einem Erdsieb (6–8 mm Maschenweite) – Lichtkeimer bleiben unbedeckt – sollte die Schale in einen Frischhaltebeutel gegeben werden. An einem warmen Ort (21–25 °C) keimen die Samen schnell. Sobald die ersten Pflänzchen sichtbar sind, muss die Folie entfernt und die Schale an einen sehr hellen, kühleren Standort (15–20 °C) gestellt werden, um ein „Vergeilen" zu verhindern. Jeder Teilnehmer konnte diese Methode direkt an einer eigenen Salatschale erproben.
Das Umpflanzen: Pikieren Nach etwa zehn Tagen sind die Sämlinge bereit für das Pikieren. Eleuther zeigte, wie man in eine neue Schale mit 3–4 cm Erde ein tiefes Loch formt und die jungen Pflanzen mit gerader Wurzel hineinsetzt. „Sehr lange Wurzeln können eingekürzt werden, um Fäulnis vorzubeugen", gab er als Profi-Tipp mit. Die Abstände von ca. 2 cm wurden sorgfältig eingehalten.
Nach dem vorsichtigen Andrücken und Angießen stehen die pikierten Pflanzen bei 12–18 °C hell. Nach zwei bis drei Wochen folgt das Abhärten: Die Pflanzen werden tagsüber geschützt ins Freie gebracht und bei kühlen Nächten wieder hereingeholt. Sind sie kräftig genug, steht der Auspflanzung im Beet nichts mehr im Wege.
Der Workshop bot nicht nur theoretisches Wissen, sondern ermöglichte jedem Teilnehmer, die Techniken selbst anzuwenden.
